Fahrradhelm statt Heiligenschein

Als am Freitagmittag das Handy klingelte, war für Pfarrer Martin Krautwurst nicht klar, zu welchem Einsatz ihn die Rettungsleistelle schicken würde. Seit mehreren Jahren unterstützt er die Notfallseelsorge im Weimarer Land. Von Verkehrsunfällen, Suizidversuchen bis hin zur Überbringung von Todesnachrichten hat er schon viel Leid gesehen. So war er auch schon öfter zur Betreuung von Polizeibeamten, Rettungskräften und Feuerwehrleuten im Einsatz, die häufig mit diesen Bildern und Erlebnissen konfrontiert werden. Am Freitag wurde er Augenzeuge, welche Folgen ein fehlender Helm bei einem Fahrradfahrer verursachen kann. „Es war ein schreckliches Bild“ so Krautwurst, als er zum Unfallort kam, der Hubschrauber abhob und die Spuren des Unfalls auf Straße und Gehweg zurückblieben. Zwei Autofahrer waren mit ihren Fahrzeugen kollidiert und hatten einen Fahrradfahrer in Mitleidenschaft gezogen. Den Fahrradfahrer traf keine Schuld. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort und trug keinen Helm. „Ich selbst bin bisher auch immer ohne Fahrradhelm gefahren. Ich war zu eitel und dachte, es sieht komisch aus wenn Erwachsene so ein Ding tragen“. Doch im Anschluss an den Einsatz, hat er keine hundert Meter vom Unfallort entfernt, sich und seiner Frau sofort einen Helm gekauft. „Wir haben alle eine Vorbildfunktion“, sagte der Pfarrer von Magdala, „wir verlangen es von unseren Kindern und so sollten wir es ihnen auch vorleben. So wie der Helm für Motorrad und Moped, oder auch das Anschnallen im Auto selbstverständlich geworden ist, so sollte auch das Tragen eines Fahrradhelmes für alle zur Normalität werden. So mancher Unfall hätte dann einen anderen Ausgang und würde manches Leben retten!“