Reisetagebuch Israel Tag 2

„Es ist schön ein König zu sein…“

5.30 Uhr Feueralarm im City-Hotel in Tel Aviv – zum Glück nur ein Fehlalarm. Als die Aufregung sich gelegt hat, gibt es zur Entschädigung ein koscheres Frühstück vom Feinsten. Nur die Frühstückswurst und den gebratenen Schinken zum Rührei sucht man vergebens. Nach jüdischen Speisevorschriften werden milchige und fleischige Produkte strikt voneinander getrennt. Aber die Vielzahl von Früchten und Gemüse bieten eine leckere Alternative. Dann geht es auf nach Caesarea, eine Ruinenstätte in einer Dünenlandschaft direkt an der israelischen Mittelmeerküste. Hier brennt die Sonne mit gefühlten 40°C im herodianischen Amphitheater, in dem einst spektakuläre Pferderennen ausgetragen wurden. Ein Blick auf das römische Theater und die Überreste des Königspalastes direkt am Meer lassen das luxeriöse Leben vor 2000 Jahren erahnen. „Es ist schön König zu sein…“ erklärt Yaron - unser Reiseführer vor Ort. Im Palast des Königs Herodes sind noch die prachtvollen Gemächer, das geräumige Bad und der herrliche Blick aufs offene Meer zu erkennen. Gleich daneben erstreckt sich das Gelände, das an die Zeit der Kreuzfahrer erinnert. Unter arabischer Herrschaft im 9. Jahrhundert errichtet, ließ Ludwig IX. von Frankreich bis 1254 die Mauern mit Bastionen und tiefen Gräben verstärken. Am Ausgang des raffinierten Stadttores begrüßt uns ein Stand mit frisch gepressten Säften.

Dann wird die Reiseroute verändert und die Fahrt geht zu den Persischen Gärten mit ihrem Bahai-Schrein, der 2008 zum UNESCO- Weltkulturerbe erklärt wurde. Hier liegt das Grab des „Bab“, des Propheten der Bahai-Religion, der 1850 in Täbris erschossen und von seinen Anhängern heimlich aus Persien nach Palästina gebracht wurde. Eine bezaubernde Parkanlage mit alten Bäumen, Palmen, Treppenaufgängen zwischen grünem Rasen und kunstvoll angelegten Blumenrabatten faszinieren das Auge. Am Abend stehen wieder ein Bad im Mittelmeer und die Übernachtung im Kibbuz „Nes Ammim“ (Wunder der Völker) auf dem Programm.


die alte Kreuzfahrerstadt


in mitten der heißen Dünenlandschaft überrascht eine Oase mit frischem Obst und leckeren Säften


die persischen Gärten in Haifa (mit Ingrid und Edgar Schäller aus Ottstedt)