Reisetagebuch Israel Tag 4

Glaubensbeweis – der Lauf über den See Genezareth

Es ist Sonntag, doch in Israel beginnt die Arbeitswoche. Im Hotel Prima Galiläa läutet 7 Uhr das Wecktelefon. Wer den Sonnenaufgang über dem See Genezareth erleben will, kommt schon zu spät. Ein Sprung in den Pool, ein leckeres „koscheres“ Frühstück und schon geht es mit dem Bus auf zum „Berg der Seligpreisungen“, dem Ort der Bergpredigt. Wir sind nicht die ersten hier, zwölf Reisebusse sind schon vor uns eingetroffen. Wir finden dennoch einen schönen schattigen Platz unter Palmen für unseren Gottesdienst. Neben uns feiert eine Gemeinde aus Peru, aus der Kirche ertönen englische Lieder und nur wenige Meter von uns entfernt erklingen orthodoxe Gesänge. Anschließend geht es auf nach Kapernaum. In dem alten Fischerdorf schlossen sich Jesus die ersten Jünger an. Hier wohnte die Schwiegermutter des Petrus, alte Mauern im Achteck erinnern an ein besonderes Haus. Jesus konnte man mit seinen Jüngern im Dorf öfters antreffen, so schreibt es die Bibel. Nur wenige Meter entfernt die alte Synagoge. Wir hören Texte aus dem Johannes-Evangelium vom „Brot des Lebens“! Dann führt uns der Weg zum Jesus-Boot. Ganz in der Nähe vom biblischen Magdala wurde ein Fischerboot ausgegraben, dass aus der Zeit um Jesu Wirksamkeit stammt. Fuhr Jesus mit diesem Boot hinaus auf das Meer? Die Sonne brennt heiß und so fahren wir direkt an den See. Ein ungewohntes Schild lädt hier zum Baden ein: „Magdala – Hawaii / Magdala Beach“. Nun probieren sich die ersten im Laufen über das Wasser aus. Mag das Wasser Jesus einst getragen haben, unsere Glaubensprobe hält es nicht stand. Die Jungs legen Steine ins Wasser und sorgen für ungläubige Gesichter am Ufer. Im Restaurant zur „Heiligen Maria Magdalena“ gibt es den berühmten „Petrus-Fisch“ sehr lecker zubereitet. Den Abschluss findet der Tag bei den Drusen. Diese nach Ismail el-Darasi benannte und vom Islam abgespaltete Religionsgemeinschaft, beinhaltet den Glauben an die menschliche Inkarnation. Am Grab des Jetro (dem Schwiegervater des Moses) erlebt man, wie sich die Traditionen halten. Am liebsten wäre es den Grabwächtern gewesen, dass wir uns rundum verschleiern. Da die Waden bei einigen noch herausschauen, durften wir die alte Grabstätte nicht besuchen. Bei der anschließenden Diamantenschau waren hingegen wieder freie Dekoltes gefragt.


Gottesdienst unter Palmen am Berg der Seligpreisungen


Bei Petrus in Kapernaum, die Magdalaer Gemeinde hat schon immer einen guten Draht zum Wetter


Laufversuche auf dem See Genezareth (Jesaja Häßner aus Jena)