Reisetagebuch Israel 5

Der Esel in der Synagoge

Der Morgen beginnt mit biblischen Texten zu Brot und Fisch. Wir sind an der Pilgerstätte „Tabgha“ angelangt, dem Ort der sieben Quellen. Er bezeichnet die wasserreiche Stelle, an der Jesus nach den Evangelisten Matthäus und Markus, durch die wundersame Brotvermehrung 4000 Menschen nach seiner Predigt sättigte. Ein altes Bodenmosaik von einem Vorgängerbau ist heute in der neu errichteten Basilika wieder zu sehen. Über dem Stein, an dem das Wunder geschah, steht heute ein Altar. Davor das bekannte Mosaik mit den 2 Fischen und dem Korb voll Brot, das symbolisch für das Wunder steht. „Teilen kann so einfach sein…“ erklärt mir eine junge Frau. Dann geht es weiter nach Magdala (hebräisch Migdal). Wir besuchen eine Einrichtung für behinderte Menschen. Es kommt zu interessanten Gesprächen und Begegnungen. Seit den 60er Jahren bestehen hier Kontakte nach Deutschland. Doch schon wartet der Leiter (Bürgermeister) des Magdalaer Verwaltungszentrums auf uns und es werden erste Kontakte zwischen dem thüringischen und dem israelischen Magdala geknüpft. Gastgeschenke, Adressen und Telefonnummern werden ausgetauscht. Die Orte werden einander vorgestellt und viele Parallelen (Einwohnerzahlen, Sportverein, Musikangebote) entdeckt. Die Sonne brennt heiß, ein Foto im Schatten vor einer farbigen Blumenpracht bringt kurze Abkühlung. Dann geht es rauf nach Nazareth, dem Ort von Jesu Kindheit und Jugend. In einem nachgestellten Dorf „Jesus/Nazareth-Village“ aus der Zeit des 1. Jahrhunderts fühlt man sich zwei Tausend Jahre zurückversetzt. Eine alte Zimmermannswerkstatt, Hirten mit ihren Schafen unterm Olivenhain und eine Olivenmühle, die vom Esel „Has-has“ angetrieben wird, zeigen Ausschnitte aus dem Leben zu Jesu Kindheit. In einer nachgestellten Synagoge wird von Jesu Wirksamkeit in seinem Heimatort berichtet. Doch nicht nur den Zuhörern gefällt es hinter den kühlen Mauern, auch zwei Esel suchen dort Zuflucht. Mit dem „Petriboot“ geht es im abendlichen Dunkel über den See Genezareth zurück nach Tiberias. Eine Andacht mit Kanon und Gospel mitten auf dem nächtlichen See mit Blick auf die Küste runden den Tag ab.


freundschaftliche Begegnungen im israelischen Magdala


der Esel "Has-has" mit seinem Herrn und Dorothee an der Olivenmühle


...in der Synagoge zur Abkühlung - gelehrte Esel in Nazareth