Reisetagebuch Israel 9

„Schalom Shabat… - …Shabbat Schalom!“

Mit einem herrlichen Ausblick vom Ölberg auf die Altstadt beginnt der Tag in der Heiligen Stadt. Die Sonne spiegelt sich in der goldenen Kuppel des Felsendoms . Der Tempelberg ist für uns heute tabu, denn die Muslime feiern ihren Feiertag. Nach der Besichtigung der Dormitiokirche, führt uns der Weg in das Haus, in dem Jesus mit seinen Jüngern zum Pessahfest das letzte Mahl feierte. Auch wir feiern hier eine Abendmahlsandacht mit Brot und Wein. Unsere Gesänge und Gebete erfüllen den tausende Jahre alten Saal und bewegen auch fremde Touristen zum Innehalten. Gestärkt geht es nun zum Jaffator, hinter dem sich ein Basar mit orientalischen Düften, einer vielfältigen Farbenpracht und unbeschreiblicher Geschäftigkeit präsentiert. Wer für die Waren auch nur kurzzeitig Interesse zeigt, wird die Händler kaum wieder los. Es wird gehandelt und gefeilscht und am Ende geht es mit weiteren Souvenirs im Gepäck weiter. Tausende Jahre alte Stadtgeschichte wird in den Gassen und Plätzen sichtbar und Punkt 12 Uhr (Freitag!) hören wir vor der Grabeskirche die Kreuzigungs- und Auferstehungsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Pilger aus aller Welt ziehen mit dem Kreuz auf der Schulter die Via Dolerosa (Kreuzweg) entlang zur Kirche. Im Inneren herrscht reges Gedränge. Reisegruppen kämpfen sich durch die Massen zum „Heiligen Grab“. Wer bis an Grab vordringen will, muss mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. Eine Vielzahl von verschiedenen Priestern zelebrieren mit Kerzen, Weihrauch und Gesängen in liturgischen Gewändern ihre rituellen Bräuche am Grab. Irgendwann wird uns dieses Spektakel zu viel und wir suchen das Weite. An der Westmauer (Klagemauer) angekommen spüren wir eine Veränderung in Jerusalems Altstadt. Unzählige Männer in schwarzen Gewändern, mit Gebetsschal, Kippa und großen Hüten kündigen den jüdischen Sabbat an. Vom „Österreichischen Hospiz“ aus, erleben wir über den Dächern von Jerusalem, den Abend mit Gesängen der Muezzin und dem Schall der Shoffar-Hörner. Wir gehen zurück zum Tempelberg und erleben am Fuße des Felsendoms ein beeindruckendes Schauspiel. Im abendlichen Licht beten tausende Juden an der Klagemauer. Sie singen und lesen fröhlich in ihrer Tora und grüßen einander freudig mit „Schalom Shabat… - …Shabat Schalom!“


Schalom Jerusalem, der Blick vom Ölberg aus


Abendmahlsfeier an historischer Stelle


Bewachtes Grab wie vor 2000 Jahren


Abendstimmung an der Klagemauer (oben links: Felsendom, oben rechts: El-Aqusa-Moschee)