Reisetagebuch Israel 10

Spannende Geschichten von Qumran und Massada…

Heute geht es raus in die Wüste. Weltberühmt sind die „Rollen von Qumran“. Ein kleiner Beduinenjunge fand 1947 auf der Suche nach einem entlaufenen Zicklein in einer Höhle die tönernen Gefäße, in denen über 2000 Jahre alte Pergamentschriften aufbewahrt wurden. Die Beduinen verkauften die Rollen an einen armenischen Antiquitätenhändler in Bethlehem und von dort aus traten die alten Fragmentschriften eine abenteuerliche Reise an. Die Schriftrollen vom Toten Meer sorgten 40 Jahre lang für Schlagzeilen. Journalisten sprachen von Verschwörungstheorien und forderten eine neue Geschichtsschreibung der christlichen Religion. Jesus soll nach ihrer Theorie ein Essener gewesen sein und hätte keine eigene Lehre hervorgebracht. Der Apostel Paulus hätte seine Lehre dann in die uns bekannte Botschaft verfälscht. Doch der sagenumwobene Skandal wurde nach der Veröffentlichung der Schriften schnell aufgeklärt und die sensationslüsternen Journalisten entlarvt. Beeindruckend aber war die Erkenntnis, dass die vorhandenen Schriften mit den tausende Jahre alten Rollen verblüffend identisch waren. Die Fahrt geht weiter durch die Wüste, an Oasen vorbei auf die Festung Massada. Zwischen dem Toten Meer am Fuße des Berges (400m unter dem Meeresspiegel) und der herodianischen Festung auf dem hohen Bergplateau liegen 434 Meter. Über die Ereignisse auf der Festung nach dem ersten jüdischen Aufstand gegen Rom im Jahre schreibt der Geschichtsschreiber „Flavius Josephus“ packende Berichte. Nach dem Fall Jerusalems im Jahre 70 gaben die Aufständischen auf Massada nicht auf und verteidigten ihre Anlage über zwei Jahre lang. Sie versorgten sich eigenständig und losgelöst von der Außenwelt. Sie ignorierten die römischen Besatzer am Fuße des Berges, die mit einer 4000 Mannstarken Truppe die Festung belagerten. Der Befehlshaber „Flavius Silvus“ zog einen 4500 Meter langen Wall um Massada und begann eine Rampe zum Bergplateau aufzuschütten. Erst nach 8 weiteren Monaten durchbrachen die Römer die Westmauer der Festung. In dieser aussichtslosen Lage beschlossen die Kampgefährten um ihren Anführer „Eleazar“ lieber zu sterben, als in römische Gefangenschaft zu gehen. Sie verbrannten alle ihre Habe, außer den Lebensmitteln. Sie wollten den Besatzern zeigen, dass sie auch noch länger ausgeharrt hätten. Dann bestimmten sie per Los jene 10 Männer, welche die rund 967 auf dem Berg lebenden Männer, Frauen und Kinder töteten. Ein beeindruckendes Museum und die Ruinen der Festung geben Auskunft über das Leben und das dramatische Ende auf dem Berg. Mit Blick auf die Berge und die Grenze nach Jordanien beschließen wir den Tag mit einem Bad im Toten Meer. Und man kann wirklich nicht untergehen in dem salzig-öligen Wasser, das kein Leben in seinen Fluten erlaubt.


Vermummung wegen der heißen Sonne (Ulrike Krautwurst)


Die Höhle von Qumran, in der die Tonkrüge gefunden worden


Baden im Toten Meer - das Wasser trägt!