In drei Jahren feiern wir „Diamantene“!
Konzertreise mit wunderschönen Eindrücken und bewegenden Begegnungen

Als sich die jungen Sängerinnen und Sänger vom Magdalaer Gospelchor auf den Weg nach Baden Württemberg machten, ahnten sie noch nichts von der herzlichen und fürsorglichen Gastfreundschaft der Partnergemeinde. Bis auf den Pfarrer und seiner Frau kannte niemand den Ort Kleinbottwar und seine Einwohner. Doch schon nach der ersten Begrüßung war das Eis gebrochen. Die Partnerschaft zwischen der Stadt Magdala und Kleinbottwar war 1957 über die Diakonie und die Landeskirchen bestimmt worden, so wie auch viele andere ostdeutschen Kirchgemeinden ein Partner im Westen zugeordnet bekamen. Die Städtepartnerschaften der politischen Gemeinden kamen erst sehr viel später. Gegenüber vielen anderen Kirchgemeinden, bei denen der Kontakt nach der Wende abgerissen ist, wird die Freundschaft in Magdala und Kleinbottwar gepflegt. Gegenseitige Gemeindebesuche und private Verbindungen halten den Kontakt aufrecht. Erst im letzten Jahr kam eine Gruppe aus dem Schwabenland nach Thüringen, um gemeinsam an den Herbst 1989 zu erinnern und den Thüringer Kirchentag zu feiern. Eine große Stütze bei alledem waren die Kirchenchöre auf beiden Seiten. Musik verbindet, das erlebte auch der Magdalaer Gospelchor, der einst als Projekt aus dem St. Johannischor entstanden ist. Bis tief in den Abend wurde gesungen und erzählt. Mit Friedrich Rau, dem Leiter des Magdalaer Chores und Christian Drengk, der den Chor als Pianist begleitete, sorgten Profis für ausgezeichnete Unterhaltung.

Seit Beginn der Partnerschaft wird sich gegenseitig geholfen. In den Anfangsjahren schickte der Gemeindekirchenrat den Abendmahlswein für ein ganzes Jahr nach Thüringen. 1983 sammelten die Frauen im Westen für die Innenausmalung der Kirche im Osten. Nach der Wende reisten Kirchenchor und Pfarrer in den Westen und gestalteten während der Vakanzzeit Gottesdienste und Chorkonzert. Nun haben die Württemberger wieder geholfen. Die Kollekte von einem gefeierten Chorkonzert und einem gemeinsam liebevoll gestalteten Sonntagsgottesdienst mit den Magdalaern wurde komplett auf das Sanierungskonto der Magdalaer St. Johanniskirche überwiesen und darüber hinaus auf 1000,- € aufgerundet. „Es ist aber nicht das Geld, was und verbindet“ sagt Pfarrer Martin Krautwurst, „es ist die erfrischende Herzlichkeit, die gewachsene Freundschaft, das gegenseitige Interesse und natürlich auch der Glaube der uns zusammenhält und trägt!“ In Magdala steht seit Jahren eine Linde aus Württemberg, in Kleinbottwar grüßt seit dem Wochenende nun ein Ginkgobaum aus Magdala.


Der Magdalaer Gospelchor geht unter Leitung von Friedrich Rau auf Konzerttour