Der 9. November – Gedenken und Friedensgebet in Magdala 2009

Beeindruckende Bilder, Filmausschnitte und Erlebnisberichte erinnerten am Abend des 9. November in der Magdalaer Stadtkirche St. Johannis an die Ereignisse des Mauerfalls vor 20 und die Reichspogromnacht vor 71 Jahren.

Gegen die Kälte in der Kirche gab es Glühwein, Tee und Decken. Die Kirche war mit jeder Menge Kerzen beleuchtet und erinnerte so an das warme Kerzenlicht der friedlichen Wende 1989. Mit einem Dokumentarfilm auf Großleinwand über Mauerbau, dem Leid an der Mauer und dem Fall der Mauer begann der Abend und leitete zum ehr traurigeren Kapitel in der deutschen Geschichte über. Mit dem 9. November und der Öffnung der innerdeutschen Grenze, öffneten sich auch die Archive der Staatssicherheit. Diese gab wiederum Akten frei, die für eine Geschichtsaufarbeitung dringend notwendig ist. Frank Döbert, Journalist für die OTZ in Jena, führte mit Dias in die Ausstellung über das Jenaer Polizeibataillon 311 ein. Ihre grausame Geschichte, deren Blutspur sich von Lemberg beginnend durch die Ukraine, über Südrussland und Ostpolen bis nach Bialystok führt, wo im August 1943 über 30 Tausend Juden in Vernichtungslager oder zur Zwangsarbeit deportiert wurden, machte die Zuhörer sehr betroffen.

Mit einer Andacht und einem Friedensgebet um 22 Uhr erinnerte Pfarrer Martin Krautwurst an die Geschehnisse des 9. November und mahnte für einen verantwortungsvollen Umgang und die Aufarbeitung der deutschen Geschichte.

Die Ausstellung in der Magdalaer Kirche ist täglich von 09 bis 18 Uhr zu sehen.