Zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag - Mit Kindern über Tod und Sterben reden

Oft wird mir die Frage gestellt, ob Kinder mit zur Trauerfeier gehen sollen, oder ob wir ihnen das Leid lieber ersparen sollten. Ich mache ausdrücklich Mut, Kinder in den Trauerprozess mit einzubeziehen und auch ihnen die Möglichkeit für einen würdigen Abschied zu geben. Kinder haben ihre Fragen, wenn das geliebte Haustier stirbt oder ein geliebter Mensch nicht mehr zurückkommt. Sie können mit den Begriffen Sterben, Tod, Abschied und Neuanfang einfacher umgehen als Erwachsene, die sich über die Jahre hinweg mit vielen Angstbildern ausstatten. Ein natürlicher Umgang mit Tod, Trauer und Abschied ist in der Entwicklung von Kindern sehr wichtig. Kein Kind sollte gegen seinen Willen gezwungen werden, am Sterbebett zu verweilen, zur Trauerfeier zu gehen oder auch am Grab Abschied zu nehmen. Doch die Kinder in der Trauerphase zu begleiten und aktiv Anteil nehmen zu lassen beugt späteren Ängsten und dem unnatürlichem Umgang mit Tod und Sterben vor. Erwachsene sollten sich den Kinderfragen stellen, sie sachlich und natürlich beantworten, dies hilft auch der eigenen Verarbeitung. Weiterhin besteht das Angebot der Kirchen, ehrliche Antworten zu suchen und zu finden. Fragen sie in ihrer Kirchgemeinde oder im Pfarramt nach.

Aus meinen Erfahrungen mit Kindern in unseren Gemeinden bieten Trauerfeiern oder auch ein Erkundungsgang über den Friedhof viele Möglichkeiten das Thema zu bearbeiten. Vielfältige Symbole auf den Grabsteinen sprechen von der Hoffnung eines Neuanfangs, die Menschen mit dem Tod verbinden. Der kommende Ewigkeitssonntag (im Volksmund auch Totensonntag genannt) lädt uns ein, über unsere eigenen Grenzen nachzudenken und zu lernen mit ihnen natürlich umzugehen.


Erkundungsgang auf dem Friedhof


Besuch mit den Christenlehrekindern im Bestattungshaus