Droht der Ottstedter jetzt St. Nikolai Kirche der Verfall?

Zu schön sind die Bilder von der letzten Kinderbischofswahl im Fernsehen oder der großen Hochzeit mit Taufe vom 17. Juni, als dass sie der Vergangenheit angehören sollten. Mit Sorge beobachten Einwohner, Gemeindeglieder und Freunde der altehrwürdigen St. Nikolaikirche den Verfall des Gotteshauses. Zwar wurde nach der notwendigen Schwammsanierung auch das Innere der Kirche mit viel Engagement restauriert, neue Elektroleitungen gelegt, Fenster und Türen erneuert, Wände geputzt und geweißt. Doch das Dach ist nach wie vor nicht dicht, es regnet herein. Vom Turm fallen die Schieferplatten und wenn hier nicht bald Hand angelegt wird, waren alle diese Arbeiten und Investitionen umsonst.

Dass den Ottstedtern ihre Kirche wichtig ist, zeigt die enorme Spendenbereitschaft. Nach der Spende von über 10 Tausend DM vor wenigen Jahren zur Schwammsanierung sind mittlerweile wieder rund 12 Tausend Euro Spendengelder angelaufen. Die Feuerwehr von Ottstedt hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Abriss- und Abdeckarbeiten in Eigenleistung zu bewältigen. Das Kreiskirchenamt hat sich verpflichtet, alle Baunebenkosten zu übernehmen. Auch die Landeskirche, Förderverein und die Kirchgemeinde sehen sich in der Verantwortung und beteiligen sich mit der stattlichen Summe von 24 Tausend Euro, doch den Magdalaer Stadträten fällt die Entscheidung schwer.

Ein erster Antrag wurde bereits abgelehnt, zu eng sind die Spielräume im Haushalt. Ein neuer Antrag liegt den Stadträten am kommenden Dienstagabend zur Stadtratssitzung vor, der einen Entscheid über die noch fehlenden 9 800,- Euro beinhaltet. Kommt die Förderung durch die Stadt nicht zu Stande, so droht der Kirchgemeinde und den Ottstedtern die Rückgabe der Fördergelder und zweckgebundenen Spenden in Höhe von 36 Tausend Euro. Eine erneute Förderung ist auf Grund der wirtschaftlichen Lage aussichtslos. Die Kirche müsste dem Verfall preisgegeben werden.