Magdalaer Konfirmanden auf der Spur ihrer Heimatgeschichte

Für die Konfirmanden des Kirchspiels Magdala / Bucha war das Thema „Drittes Reich“ in den letzten Tagen eine spannende, zugleich aber auch erschütternde Erfahrung. Auf der Suche nach ihrer nahen und ferneren Ortsgeschichte veränderte ein Besuch in Buchenwald ihr Denken. Fragen kamen auf: „Konnten die Generationen vor uns das Schicksaal von zehntausenden Menschen ganz in unserer Nähe so einfach ignorieren? Konnten oder wollten sie nichts davon wissen? Wie würden wir uns heute verhalten und wie stellen wir uns den Fragen nach Gewalt und rechter Ideologie?

Ein Dokument in der Ausstellung der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald brachte es den Magdalaer Konfirmanden sehr nah. Das Lager war ursprünglich auf der Flur Magdala geplant. Nur die ertragreichen Böden verhinderte es, dass ihr Ortsname mit dem Schicksal von 56 Tausend ermordeten Häftlingen in Verbindung gebracht würde. Nach der Fahrt in Auschwitz im vergangenen Jahr bleibt das Thema in der Kirchgemeinde weiter wach. Welcher Geist bewegte die Menschen damals, welcher Geist beeinflusst uns heute? Wie haben sich Christen damals verhalten und welche Verantwortung tragen wir heute? Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer, und Werner Sylten haben neben vielen anderen als Christen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihren Protest mit ihrem Leben bezahlt. Mit ihren Biografien werden sich die Jugendlichen um Pfarrer Martin Krautwurst weiter beschäftigen.


Eine der letzten Konfi-Fahrten führte in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers nach Buchenwald. Große Verwunderung herrschte bei den Konfirmanden, als sie in den Unterlagen der Lagerverwaltung nachlesen konnten, dass ursprünglich Felder der Stadt Magdala für dieses Lager vorgesehen waren.
Betroffen über die grausame und traurige deutsche Geschichte, die über 50 Tausend Menschen hier in unserer Heimat das Leben kostete, wird die Zeit des Nationalsozialismus vor Ort weiter ein Thema der Jugendlichen sein.