Richard Wagner und Franz Liszt hätten ihre wahre Freude!
Kirchgemeinde und Förderverein läuten die Schlussphase der Magdalaer Orgelsanierung ein

„Am Anfang dachte ich, das ist ein Fass ohne Boden…“ so beschreibt Pfarrer Martin Krautwurst den Beginn der Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Poppe-Orgel von 1830 in der Stadtkirche St. Johannis zu Magdala. 198 000,- DM stand auf dem günstigsten Kostenvoranschlag, eine Summe die für alle kaum vorstellbar war. „Den Grundstein legte eine Kollekte von 800,- Euro der Richard-Wagnergesellschaft im Jahre 2004“, erinnert sich der Ortspfarrer. „Wolfgang Wagner, der Enkel vom großen Komponisten, war mit seiner Familie und vielen Freunden nach Magdala gekommen. Er wollte an dem Ort verweilen, an dem Richard Wagner nach den Unruhen in Dresden von Franz Liszt 1848 auf der Flucht versteckt wurde, ehe er weiter in die Schweiz reiste. Der Magdalaer Ökonomierat Julius Wernsdorf, Gutsbesitzer im kleinen Städtchen an der Magdel und guter Freund von Franz Liszt, verschaffte dem Revolutionär damals auf die Bitte des Weimarer Komponisten hin, ein sicheres Versteck. Ob er direkt bei ihm im Gutshof oder wie es in geheimen Aufzeichnungen des Geheimrates Johann Wolfgang Goethe später heißt „im Pfarrhaus untergekommen ist“ bleibt bis heute ungeklärt.

Was würde Richard Wagner darum geben…
Dennoch erinnerte sich Pfarrer Krautwurst gerne an die einleitenden Worte in seiner Predigt von damals, „was Richard Wagner, einer der größten Komponisten der Welt, darum geben würde, dass die historische Poppe-Orgel wieder im alten Glanz erklingen könnte“. 1830 wurde die Orgel von Johann August Poppe fertig gestellt. 18 Jahre später wurde das kostbare Instrument vermutlich auch für den großen Musiker, wenn nicht sogar von ihm selbst, leidenschaftlich gespielt.

Orgel zählt künftig 20 Register…
Nun füllt sich nach den umfangreichen Bauarbeiten die alte Hülle der Königin der Instrumente wieder. 20 Register wird die Orgel nach dem letzten Bauabschnitt zählen. Mit der renommierten Orgelbaufirma Voigt aus Bad Liebenwerda haben die Kirchgemeinde und der Förderverein einen zuverlässigen und für die Arbeiten auch bewusst sensiblen Partner gefunden. Über 80 Tausend Euro sind bisher in die Königin der Instrumente geflossen. Mit der Landeskirche, Stiftungen, dem Landesamt für Denkmalpflege, Lottomitteln, vielen einheimischen Firmen und Privatspenden, Gemeindefesten und Benefizkonzerten konnte der unglaublich hohe Betrag gesammelt werden. Allein die Sparkassenkulturstiftung Thüringen/Hessen beteiligte sich zuletzt mit 8 Tausend Euro am Bauprojekt. Sie und alle weiteren Spender werden mit Namen auf den Holzpfeifen im inneren der Orgel verewigt bleiben.

Schlussphase eingeläutet…
Doch ca. 20 Tausend Euro fehlen noch bis zum Abschluss und der Orgeleinweihung. „Der letzte Bauabschnitt bis zur Fertigstellung bedarf noch einmal eines hohen Kraftaufwandes“ sagte Pfarrer Martin Krautwurst. Doch er ist zuversichtlich, denn man hört und sieht bereits, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Zum 70. Geburtstag des Vorsitzenden des Fördervereins Ulrich Eisenberg erklang die Königin in einer Orgelandacht bereits in einem unbeschreiblich herrlichen Klang. Am 18. September um 20 Uhr wird mit Christian Drengk (20) einer der erfolgreichsten Orgelspieler der Welt in seiner Altersklasse zum Benefizkonzert an der Orgel einladen. Und auch ein Brief an die Familie Wagner ist unterwegs, vielleicht bekommt die Orgel hier noch einmal Unterstützung, damit zu Ende geführt werden kann, was mit ihrer Hilfe ihren Anfang genommen hat!

Helfen auch Sie mit und unterstützen Sie den Abschluss der Sanierungsarbeiten eines der wertvollen Kunst- und Kulturschätze Thüringens mit ihrer Spende!

Pfeifen für die Poppe-Orgel
Konto: 435 001 078
BLZ: 820 510 00
Sparkasse Mittelthüringen / Kennwort Poppe-Orgel


Alt und neu beisammen, Orgel-Holzpfeifen aus mehreren Jahrhunderten


Orgelbauer der Orgelbaufirma Voigt aus Bad Liebenwerda bei den Sanierungsarbeiten in der Magdalaer Stadtkirche St. Johannis