Wertvolle historische Poppe-Orgel wird wieder eingeweiht

Wertvolle historische Poppe-Orgel wird wieder eingeweiht

Es klingt wie ein Wunder, aber es ist doch wahr. Nach elfjähriger Bauzeit und einem Sanierungsvolumen von fast 150 Tausend Euro ist es der kleinen Kirchgemeinde Magdala gelungen ihre historische August-Poppe-Orgel aus dem Jahre 1830 zu sanieren. Am Sonntag Kantate am 06. Mai 2012 wird die Königin der Instrumente mit ihren 18 Registern und über 1000 Pfeifen in einem Festgottesdienst um 14 Uhr und einem Festkonzert um 17 Uhr wieder eingeweiht und unter den Schutz Gottes gestellt! Superintendent Diethard Kamm hält die Predigt, der Magdalaer St. Johannischor und der Posaunenchor aus Waldbach sorgen mit Ortspfarrer Martin Krautwurst und Pfarrerin Susanne Böhm für die festliche Ausgestaltung des Festgottesdienstes.

Angefangen hat alles mit einem Besuch der Wagnergesellschaft im Jahre 1999. Auf den Spuren des großen Komponisten Richard Wagner - in Begleitung seines Enkels Wolfgang – weilten sie auch an historischer Stätte in Magdala.

„Als Richard Wagner nach den Unruhen in Dresden 1840 - steckbrieflich gesucht - von seinem Freund Franz Liszt aus Weimar hier in dem kleinen Städtchen Magdala versteckt wurde, saß er mit großer Wahrscheinlichkeit genau hier an diesem Spieltisch an dieser Orgel. Auch Franz Liszt wird hier die Orgel gespielt haben, galt er doch als ein guter Freund des Magdalaer Ökonomierates Julius Wernsdorf und verweilte öfters hier in der Kleinstadt. Was würden die beiden heute darum geben, wenn diese Orgel wieder in ihren alten schönen Klang erklingen könnte!“

So begann Pfarrer Martin Krautwurst seine Andacht vor 13 Jahren mit der Wagnergesellschaft in der Kirche, welche mit einer Kollekte von 600 DM den Grundstein legte.

„Als wir dann die ersten Kostenvoranschläge zur Sanierung von 199 Tausend DM in den Händen hielten, musste ich schmunzeln. Wie sollte es einer kleinen Kirchgemeinde (mit damals 600 Gemeindegliedern) gelingen eine solche hohe Summe aufzubringen“.

Doch die Gemeinde ist „entgegen dem Trend“ gewachsen und mit ihr auch die Erfahrung in Dingen Kirchenbau und Orgelsanierung. In mehrere Bauabschnitte wurden die Sanierungsarbeiten aufgeteilt. Zahlreiche Orgelkonzerte und Benefizveranstaltungen, Lottomittel, Fördergelder vom Land und der Landeskirche, sowie zahlreiche Stiftungen halfen bei der Finanzierung. Durch „Stifterbriefe“ wurden symbolisch einzelne Orgelpfeifen und ganze Register verkauft. Mit der Einnahme von diesen Spenden von einheimischen Firmen und vielen Privatpersonen konnten die Kosten gedeckt werden, die letztendlich noch weit aus höher ausfielen, als ursprünglich angenommen!

Derzeit laufen nun die letzten Arbeiten an dem Schmuckstück in der Magdalaer Stadtkirche. Mit der Orgelbaufirma Voigt aus Bad Liebenwerda (Erzgebirge) hatte die Kirchgemeinde über viele Jahre einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der seine Liebe und Leidenschaft zur historischen Poppe-Orgel deutlich zeigte.

Mit Ihren Partnergemeinden Waldbach und Kleinbottwar aus Baden Württemberg und zahlreichen Gästen wird nun am ersten Maiwochenende die Magdalaer Kirchgemeinde feiern!

Weiter Infos unter: 0172/7949792 oder 036454/59882 (Pfr. Martin Krautwurst)


Lukas Georgi, Matthes Fiek, und Orgelbaufirmenchef Markus Voigt beim Einbau der Prospektpfeifen (v.l.n.r.)