"Der Materialist fürchtet nichts so sehr als den Geist!"

Magdalaer waren zu Gast in der Partnergemeinde in Kleinbottwar

Es war ein Wiedersehen mit besonderer Freude. Die Zeitungen berichteten vorab von dem Jubiläum, den unsere beiden Kirchgemeinden am 12. Oktober feierten. 1953 kam der Anstoß über das Diakonische Werk aus Württemberg.

Die Gemeinden suchten Kontaktadressen in der schwierigen Zeit um Menschen in Ostdeutschland ideell und materiell zu helfen. Dass die Kontaktaufnahme nicht einfach war, bestätigt der Schriftverkehr der beiden damaligen Pastoren Alfred Krauskopf in Magdala und Immanuel Kling in Kleinbottwar. Familien aus Magdala und Umgebung standen durch den „Westkontakt“ im Verdacht der Spionage und des illegalen Devisenschmuggels. Es gab Vorladungen auf das Polizeirevier und die Androhung von Repressalien. So wurde darauf geachtet, dass nur Kontakte der Familien untereinander geknüpft wurden. Die Aufschrift: „Geschenksendung – keine Handelsware“ verhinderte die Beschlagnahmung durch die Behörden der damaligen DDR. „Westzeitungen sind hier verboten, auch wenn sie uralt sind“, ließ Pfarrer Dr. Krauskopf seinen Amtsbruder im Westen wissen, „der Materialist fürchtet nichts so sehr als den Geist“. Aus den anfänglichen Paketsendungen sind feste Freundschaften entstanden. Die beiden Kirchenchöre haben maßgeblichen Anteil an der guten Beziehung untereinander. So wurde an diesem Wochenende in Kleinbottwar viel in Erinnerungen geschwelgt, gesungen, gefeiert und viel gelacht.

Bilder der Kirchensanierung, Fotos von früheren Treffen hier und dort und natürlich eine Weinverkostung rundeten das gesellige Treffen ab. Den Höhepunkt erlebten beide Gemeinden in einem Festgottesdienst am Sonntagmorgen. Im kommenden Jahr er-warten wir in Magdala die Gäste aus Württemberg zum Wiedersehen.