Und plötzlich enden die Schienen…

22 Jugendliche aus Magdala, dem Weimarer und dem Jenaer Land waren in der vergangenen Woche an einem der schrecklichsten Orte der Welt. Mit Bürgermeister Mario Haßkarl und Pfarrer Martin Krautwurst hieß das Ziel der diesjährigen Themenfreizeit Auschwitz. Hinter dem Namen verbirgt sich unermessliches Leid, unmenschliche Qualen und unzählige Morde. Bis zu 1 500 000 Menschen aus ganz Europa fanden hier in den Gaskammern, während der Sklavenarbeit oder durch grausame Willkür den Tod. 60 Jahre nach Kriegsende trafen sich die Jugendlichen der Jungen Gemeinde Magdala mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern Europas an einer Stätte der Begegnung, um Geschichte zu erfahren und aufzuarbeiten. Hier hatten sie auch die Möglichkeit mit Kasimir Smolen ins Gespräch zu kommen. Er ist nicht nur Zeitzeuge, sondern selbst Betroffener und Überlebender von Auschwitz. Als politischer Gefangener war er 5 Jahre im Stammlager in Auschwitz inhaftiert. Wie er selber erzählte, war es unter anderem sein Glaube, der ihn durch die schwere Zeit getragen und gerettet hat. Seine Berichte und Erzählungen fanden auf dem Gelände der heutigen Gedenkstätte ernüchternden Nachklang. Wenn man durch das Tor von Auschwitz-Birkenau entlang der Schienen läuft, kann man in der Stille die ankommenden Züge, Hundegebell, Befehle und Hilfeschreie hören.
Arbeitsfähige Männer werden von Frauen, Kindern und Alten getrennt. Links und rechts der Gleise stehen alte Holz- und Steinbaracken hinter hohen Stacheldrahtzäunen, in denen das unmenschliche Leben leicht erkennbar wird. Die Schienen enden abrupt, dahinter sieht man die Trümmer der gesprengten Gaskammern und Krematorien. Eine Besuchergruppe aus Israel legt gerade einen Kranz für die Opfer nieder. Ein Gefühl von Scham und Trauer umschleicht die deutschen Gäste. Die Bilder von Auschwitz berühren nicht nur, sie verändern auch und mahnen. Vieles relativiert sich im Vergleich mit den Schicksalen an diesem Ort.



Endstation: Gaskammer


Einblicke in den Lageralltag. Unter unvorstellbaren Bedingungen wurden hier Menschen wie Vieh gehalten


Gespräch mit einem Zeitzeugen